Hier den Wertpapierkredit vergleichenDer klassische Wertpapierkredit für private Anleger wird auf das Portfolio des Kunden abgestellt. Dabei stellt die Bank ihrem Kunden einen Kreditrahmen zur Verfügung. Dieser basiert auf dem Wert des Depots und fällt je nach Zusammensetzung unterschiedlich hoch aus. Da mit dieser Kreditform auf eine positive (long) oder eine negative Wertentwicklung (short) von Aktien oder anderen Finanzprodukten gesetzt wird, die nicht zwingend eintreffen muß,  ist ein solcher Kredit hoch spekualativ und entsprechend risikobehaftet. Aktien werden in der Regel mit 60 Prozent des Kurswertes angesetzt, Anleihen mit 80 Prozent und Geldmarktpapiere mit bis zu 100 Prozent. Innerhalb dieses Kreditrahmens kann der Anleger Gelder aufnehmen, um damit Wertpapiere zu kaufen. Die Rückführung kann auf der Basis monatlichen Raten erfolgen oder entsprechend den Vereinbarungen mit der Bank.

 

Vorteile eines Wertpapierkredits

Der Vorteil für den Anleger besteht darin, dass der Kredit immer nur dem Wert des Depots entspricht und eine Überschuldung ausgeschlossen werden kann. Sinkt der Depotwert, weil die Aktienkurse nachgeben, muss das Darlehen innerhalb einer bestimmten Frist wieder an den Beleihungsrahmen angepasst werden. Das mag auf den ersten Blick unglücklich sein, bietet aber beiden Parteien eine gewisse Sicherheit. Es spricht absolut nichts dagegen, eine lukrative Geldanlage kurzfristig über fremde Mittel zu finanzieren, die Kreditvergaben der Jahre 1998 und 1999 in Bezug auf die Finanzierung von dotcom-Titeln für unerfahrene Kleinanleger waren jedoch auch seitens der Banken im Grunde unverantwortlich. Kritischer wird es allerdings, wenn durch die Kreditaufnahme der Beleihungsrahmen für das Depot ansteigt und ein erneuter Kredit hinter hergeschoben wird. Auf diese Weise wird ein klassisches Aktiendepot zu einem gehebelten Depot.

 

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Die Nachteile des Wertpapierkredits: Ein Beispiel

Das Risiko des gehebelten Depots und die Nachteile eines Wertpapierkredites sollen an einem Beispiel verdeutlicht werden. Ein Anleger besitzt ein Depot über 60.000 Euro mit einem Beleihungswert von 50.000 Euro. Er nimmt einen Wertpapierkredit über 30.000 Euro auf, das Depotvolumen steigt auf 90.000 Euro, der Beleihungswert liegt bei 75.000, beliehen sind 30.000. Nun folgt ein weiteres Darlehen wieder über 30.000 Euro. Das Depotvolumen beläuft sich nun auf 120.000 Euro bei einem Beleihungsrahmen von beispielsweise 80.000 Euro. Die Verbindlichkeiten betragen inzwischen 60.000 Euro. Die Aktienkurse geben um 30 Prozent nach. Der Depotwert sinkt auf 80.000 Euro, der Beleihungsrahmen auf 56.000 Euro. Die Verbindlichkeiten übersteigen den Beleihungswert um 4.000 Euro, die zeitnah ausgeglichen werden müssen.

Die Börsen haben in der Vergangenheit aber auch schon Kurseinbrüche von 50 Prozent erlebt. In diesem Fall würde der Depotwert auf 60.000 Euro sinken, der Beleihungswert würde mit 40.000 Euro unter den 60.000 Euro Kreditvolumen liegen. Der notwendige Verkauf von Aktien zum Ausgleich würde das Depot auf 40.000 Euro drücken. Aus dem anfänglich interessanten Trade, mit einem Wertpapierkredit zusätzliches Geld zu verdienen, resultiert ein Verlust von 20.000 Euro.